Abriebgruppen

Abrieb/Abriebgruppen:
Abrieb (Oberflächenverschleiß) tritt bei Bodenbelägen infolge schleifender, reibender Beanspruchung auf und kann bei glasierten Fliesen durch Glanzveränderung der Oberfläche sichtbar werden. Glasierte Steinzeugfliesen werden hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können damit Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) ist die durch Schleif- und Sandstrahlprüfung ermittelte Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten. Sie wird vom Hersteller angegeben.

Die Abriebbeständigkeit werden in 5 Gruppen eingeteilt:

Der Großteil der Verbraucher orientiert sich zunehmend in Richtung Gruppe III und höher.
Fliesen der Gruppen I und II werden auf dem Markt kaum noch angeboten.

AbriebBenutzung
Gruppe I : für Barfuß- und Hausschuhbereich in Sanitär- und Schlafräumen.
Gruppe II : für eine leichte Beanspruchung im privaten Wohnbau (außer Küchen, Eingänge, Außenbeläge, Treppen) mit niedriger Begehungsfrequenz und geringer kratzende Verschmutzung mit normalem Schuhwerk
Gruppe III: für mittlere Beanspruchung unter kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk, beispielsweise im privaten Wohnbau, auch Dielen, Flure, Balkone (außer Küchen) sowie Beläge des Nichtwohnbaus mit vergleichbarer Beanspruchung wie Hotelzimmer oder Bäder
Gruppe IV: für hohe Beanspruchung bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk bei Eingangsbereichen, Terrassen, Küchen, Verkaufs- und Wirtschaftsräumen, Büros, Krankenhäuser, Hotels, Schulen und Verwaltungsgebäude
Gruppe V: für höchste Beanspruchung und Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr in Räumen und auf Flächen, die extrem belastet werden, wie Friseurläden, Bäckereien, Imbissstuben, Eingangshallen für Hotels, Banken, Restaurants oder auch Garagen

Anordnung

Die Anordnung einzelner Bereiche eines Raumes ist eine wichtige Gestaltungsgrundlage. Farbige Akzente, beispielsweise durch Bordüren, Material- oder Formatwechsel oder Wechsel der Verlegerichtung grenzen verschiedene Zonen gegeneinander ab und ordnen den Raum optisch.

Anwendungsbereiche

Steingutfliesen dienen als Wandbekleidung in Innenräumen. Glasierte Steinzeugfliesen dienen als Wandbekleidungen innen und außen (Fassade) und als Bodenbelag nach der erforderlichen Verschleißklasse (Innen- und Außenbeläge). Sie werden im Behälterbau (Trinkwasserbehälter, Schwimmbäder etc.) verwendet. Unglasierte Steinzeugfliesen werden vorzugsweise als Bodenbeläge verlegt.

Außenbereich

Die Oase im Grünen, das so genannte "Freiluft-Zimmer" auf dem Balkon oder der Terrasse sorgen für Entspannung und Erholung. Wer sich hier bei seinem Bodenbelag für frostbeständige keramische Fliesen und Platten entscheidet, kommt entspannt auch über die kalte Jahreszeit, über nasse und frostige Winter. Denn diese können allen Witterungsbedingungen unbeschadet standhalten. Sie sind pflegeleicht und strapazierfähig, bleichen nicht aus und sind durch und durch winterfest. Hersteller wie Agrob Buchtal, Korzilius, Staloton oder Ströher geben ihren Kunden eine Gewährleistung von bis zu fünf Jahren.
Sicherheit auf Schritt und Tritt im wahrsten Sinn des Wortes ist ein weiterer Vorzug keramischer Bodenbeläge - ein Aspekt, der gerade im Freien zum Tragen kommt. Unglasierte Oberflächen sind hierfür prädestiniert, aber auch glasiertes Material wird in zahlreichen Versionen angeboten. Der Fugenanteil unterstützt den rutschhemmenden Effekt und kann durch entsprechende Format-Wahl variiert werden.
Eine elegante Verbindung von außen nach innen, von unten nach oben, gelingt mit keramischen Treppenlösungen.

Bewegungsfuge

Auch Dehnungsfugen sind alle Arten von Fugen, die zwischen Gebäuden, Flächenteilen beziehungsweise Konstruktionsteilen Bewegungen zulassen und den Belag schädigende Spannungen abbauen. Sie können je nach Anwendungsfall ausgebildet werden durch:

  • konstruktive Gestaltung der Bauteilränder
  • Verschluss mit elastischem Dichtstoff
  • Überbrückung durch bandfertig vorgefertigten Dichtstoff
  • Profile und Verwahrungen
  • Offenlassen der Fugen

Wichtig sind Bewegungsfugen bei allen größeren Flächen, in Altbauten mit Holzdecken, auf Terrassen und in Wintergärten, weil Zug- und Druckspannungen sonst die normalen Fugen oder auch die Fliesen schädigen können.

Bildmosaik

Bildmosaike werden meist aus handgeschlagenen Steinzeugfliesen von Hand zu einem Bild oder einem Muster zusammengesetzt.

Chemische Beständigkeit

Steingutfliesen und glasierte Steinzeugfliesen sind gegen Badewasserzusätze und Haushaltschemikalien (außer flusssäurehaltigen Reinigungsmitteln und deren Verbindungen) beständig; gegen Säuren und Laugen dann, wenn vereinbart.

Cotto/Tonfliesen

So nennt man unglasierte, ziegelfarbene keramische Fliesen mit mittlerer bis hoher Wasseraufnahme. Vorzugsweise Verwendung als Bodenfliese in Räumen mit rustikalem Charakter. Zum Erzielen der geforderten/gewünschten Gebrauchseigenschaften müssen sie speziell behandelt (imprägniert) werden.

Craquelé

Bezeichnung für feine Glasurrisse (Haarrisse). Bei manchen Glasuren wird die Craquelébildung als Gestaltungsmittel absichtlich herbeigeführt (siehe Glasurrisse).

Dekorfliese

Dekore werden auf Leerfliesen einer Fliesenserie aufgebracht. Sie können als Einzeldekor oder aus verschiedenen Dekorfliesen, die zusammen ein Bild ergeben, bestehen.

Delfter Fliese

Benannt nach dem holländischen Städtchen Delft, in dem seit dem 16. Jahrhundert Fliesen hergestellt werden. Die Dekore stellen oft Porträts, Szenen, Landschaften oder biblische Motive in dem für sie typischen Delfter Blau dar.

Dickbettverlegung

So wird die konventionelle Verlegung genannt. Verfahren zur Verlegung von Fliesen an Wand und Boden. Die Verlegung erfolgt mit angemischtem Mörtel aus Zement und Sand.

Dispersionsklebstoff

Klebstoffe zur Verlegung von Fliesen im Dünnbettverfahren. Dispersionsklebstoffe sind nicht wasserbeständig und daher nur für gering feuchtbelastete Innenbeläge geeignet. Vorzugsweise Verwendung für Wandbekleidungen auf Untergründen aus Gips- oder Holzwerkstoffen.

Druckfestigkeit

Die Druckfestigkeit von Fliesen ist keine genormte Eigenschaft. Sie liegt bei Steinzeug bei
> 500 N/mm².

Dünnbettverlegung

Verfahren zur Verlegung von Fliesen an Wand und Boden. Dabei wiederum unterscheidet man drei Verfahren, denen drei Bindemittel zugrunde liegen:

  • Hydraulisch erhärtete Dünnbettmörtel
  • Dispersionsklebstoffe
  • Epoxidharzklebstoffe

Einbrand/Einmalbrand

Brennverfahren, in dem gebrauchsfertige Fliesen und Platten in einem Prozess gebrannt werden.

Elektrische Leitfähigkeit

Diese Eigenschaft besitzen glasierte Fliesen, deren Glasur spezielle Metallverbindungen enthält, die eine gute elektrische Leitfähigkeit bewirken. So können elektrostatische Aufladungen vermieden werden, die zu Störungen in empfindlichen Apparaturen (z.B. in Operationssälen) führen können.

Erstreinigung

Die Erstreinigung erfolgt unmittelbar nach dem Verlegen und Verfugen des Belages. Sie dient der Entfernung von Bauschmutz sowie des Zementschleiers, der sich beim Verfugen auf der Fliesenoberseite gebildet hat. Erhärtete Zementschleier, d.h. Reste von hydraulisch abbindenden Verlege- und Verfugmaterialien, können später nur durch saure Spezialreiniger entfernt werden. Diese Zementschleier-Entferner greifen jedoch Fugen auf Zementbasis an. Schützen Sie die Fugen daher durch Vornässen und spülen Sie nach der Anwendung den Gesamtbelag gründlich klar (eventuell neutralisieren).

Estrich

Glatter, fester Untergrund auf der Rohbaukonstruktion, der als Unterputz für den Bodenbelag dient. Der Estrich wird in der Regel mehrere Tage bis Wochen vor der Verfliesung aufgebraucht, damit er genügend Zeit zum Trocknen hat.

Farbe und Raumwirkung

Farben nehmen wesentlichen Einfluss auf die Wirkung eines Raumes. Um Farbstimmungen im Raum zu planen, ist der Farbkreis des Bauhauslehrers und Künstlers Johann Itten ein nützliches Hilfsmittel.
Neben der Farbe sind für unterschiedliche Raumstimmungen auch die Raumarchitektur, die Größenverhältnisse, die Anordnung der Elemente im Raum und das Licht maßgebend.


Der Farbkreis, bestehend aus den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau und ihren Farbmischungen, zeigt, in welcher Beziehung die Farben zueinander stehen.

Farben, die auf dem Farbkreis gegenüber liegen, werden Komplementärfarben genannt. Nebeneinander verwandt liefern sie den schärfsten Farbkontrast und steigern sich gegenseitig zu höchster Leuchtkraft. Nüchterne oder neutrale Raumstimmungen können durch den Einsatz eines solchen Farbkontrastes belebt werden.
Farben, die im Farbkreis nebeneinander liegen, ergänzen sich harmonisch. Das Auge wird sie als angenehm empfinden. Dabei wirken Grün- und Blautöne kühl, entspannend und beruhigend, Gelb- und Rottöne werden als warm und aufmunternd empfunden.

Fassadengestaltung

Im Zusammenspiel mit der Architektur ist es die Fassade, die einem Gebäude in besonderem Maße und sozusagen auf den ersten Blick Ausdruck, Charakter und eine "eigene Persönlichkeit" verleiht.

Fayence

Bezeichnung für Fliesen und Geschirr aus Steingut, benannt nach der italienischen Stadt Faenza.

Feinkeramik

Feinkeramik wird im Wesentlichen aus hellbrennenden Rohstoffen hergestellt. Dazu gehören:

  • Fliesen aus Steingut und Steinzeug
  • Geschirr aus den Werkstoffen Porzellan, Bone China, Vitreous China und Steingut
  • Sanitärporzellan aus Vitreous China
  • Zierkeramik aus Steingut und Steinzeug.

Feinsteinzeug

Sind unglasierte Steinzeugfliesen mit niedriger Wasseraufnahme (E<0,5 %) und hoher Festigkeit.

Feldspat

Ist ein Natürlicher Rohstoff mineralischer Natur für die Fliesenherstellung, dient als Flussmittel

Fleckbeständigkeit

"Fleck-Weg-Lexikon für Fliesen" –so gut wie jeder Fleck geht weg
Viele Verunreinigungen können Sie bereits mit warmem Wasser, gegebenenfalls mit Zusätzen wie Essigreiniger (z.B. bei Pflanzenrückständen) oder Neutralseifen bzw. alkalischen Haushaltsreinigern (z.B. bei fettigen Rückständen) und mit mechanischer Unterstützung (Bürsten) entfernen.

Hartnäckige Verunreinigungen bzw. Flecken (meist im gewerblichen und industriellen Bereich) lassen sich mit dem geeigneten Reinigungsmittel bzw. Spezialreinigern entfernen. Welcher Fleck mit welchem Reiniger entfernt werden kann, entnehmen Sie unserem "Fleck-Weg-Lexikon".

Flussmittel

Natürliche, kristalline Mineralien, die das Schmelzverhalten von anderen Stoffen so beeinflussen, dass diese in eine Schmelzphase übergehen. Flussmittel sind Rohstoffe und chemische Verbindungen, die Natrium, Kalium, Lithium, Magnesium oder Kalzium enthalten.

Flusssäure

Stark ätzende Säure, die fast alle Stoffe (z.B. auch Glas, Keramik oder Metalle) angreift und deren Oberfläche irreversibel schädigt. Flusssäure oder Flusssäurehaltige Reinigungsmittel sollten niemals zur Reinigung von Keramik benutzt werden.

Formteil

Dient der Gestaltung von Ecken und Kanten im Schwimmbadbau und in Küchen und Bädern. Die Herstellung von Formteilen erfolgt im Gießverfahren und erfordert besondere Sorgfalt und Aufsicht bei der Herstellung, damit sie die vorher berechnete Dimension erhalten. Dies erklärt den vergleichsweise hohen Preis.

Fuge

Fugen dienen dem Ausgleich materialbedingter, zulässiger Abweichungen der Kantenlängen ,der Rechtwinkligkeit von den angegebenen Herstellmaßen und Spannungsabbau. Die Fugenbreiten ergeben sich im Allgemeinen aus der Differenz der Nennmaße und Herstellmaße oder sind den Verlegenormen als Empfehlung vorgegeben. Fugen dienen als Gestaltungselement und geben dem Fliesenbelag einen eigenen Carakter.

Empfohlene Fugenbreiten:
Kantenlängen bis 100 mm: etwa 2 mm
Kantenlängen von 100 bis 200 mm: etwa 3 mm
Kantenlängen von 200 bis 600 mm: etwa 4 mm

Glasur

Spezialglas, das als etwas 0,1 mm dicke Schicht auf einem Steingut- oder Steinzeugscherben liegt.

Glasurrisse

Nennt man feine, nicht durch den Scherben gehende Risse in der Glasur. Diese entstehen meist durch Dehnungsvorgänge im Scherben. Der Widerstand gegen Glasurrisse ist bei Steingut- und Steinzeugfliesen gefordert. Glasuren, die zur Glasurrissbildung (Craquelébildung) neigen, werden vom Hersteller gekennzeichnet (siehe Craquelé).

Grobkeramik

Klinker, Ziegel und Töpferware, die im Wesentlichen aus Tonen und Sanden hergestellt werden.

Größenverhältnisse

sind ein bewährtes Mittel, um Spannungen im Raum aufzubauen. Beispielsweise lassen ein heller Boden und eine helle Decke bei leicht abgetönten Wänden den Raum weit und offen wirken.

Grundierung

Anstriche zur Vorbehandlung der Ansetz- oder Verlegeflächen vor dem Auftragen des Mörtels oder des Klebstoffs.

Grundreinigung

Bei der Grundreinigung handelt es sich um eine intensive Zwischenreinigung, die bei größerer Verschmutzung angezeigt ist. Durch Einsatz von Spezialreinigern, erhöhter Einwirkungszeit sowie einer durch Bürsten und ggf. Scheuerpulver verstärkten mechanischen Unterstützung können Sie keramische Beläge bei Bedarf gründlich reinigen. Gerade dunkle Bodenbeläge erfordern eine nachträgliche Grundreinigung als zusätzliche Leistung.

Kaolin

Mineralisches Sedimentgestein, das durch Verwitterung von Feldspäten entsteht. Wichtiger Rohstoff der Keramik.

Keramik (Baukeramik)

Oberbegriff für Baustoffe, die aus natürlichen, keramischen Rohstoffen (Ton, Kaolin, Quarz und Feldspat) hergestellt werden. Dazu kommen mineralische Zusätze, die die Farben und andere Eigenschaften beeinflussen. Diese Materialien werden zerkleinert, gemahlen, geformt und bei Temperaturen zwischen 1000 Grad Celsius und 1300 Grad Celsius gebrannt.

Man unterscheidet zwischen zwei Werkstoffeigenschaften:
1. hohe Wasseraufnahme
2. niedrige Wasseraufnahme.

Bei der ersten Gruppe, zu der die Steingutfliesen gehören, ist der Scherben porös, die Poren offen, er ist nicht frostbeständig und hat einen dumpfen Klang. Dieser Scherben kann mit den verschiedenen Techniken verziert werden und ist grundsätzlich glasiert.

Zur zweiten Gruppe gehören die Steinzeugfliesen. Sie bestehen aus einem Scherben mit niedriger Wasseraufnahme. Dieser Scherben ist dicht, hat geschlossene Poren, ist frostbeständig und hat einen hellen Klang. Steinzeugfliesen gibt es in glasierter und unglasierter Form.

Die generellen Vorteile von Keramik sind unbestritten:

  • Keramik ist fleckunempfindlich. Spritzer von Fett, verschüttete Getränke, ja selbst Säuren oder Nagellack lassen sich einfach beseitigen.
  • Keramik ist nicht brennbar. Glut von Kaminfeuer oder Zigaretten kann keinen Schaden anrichten.
  • Keramik ist druck-, stoß- und kratzfest. Pfennigabsätze, Stühlerücken und Spielzeugautos hinterlassen keine Spuren.
  • Keramik ist lichtecht, Sonnenstrahlen können weder die Farbe verändern noch eine Materialversprödung erzeugen.
  • Keramik ist hygienisch. Staub und Milben können sich nicht festsetzen. Mit einem feuchten Wischtuch können sie sicher und ohne Energieverbrauch entfernt werden.
  • Frostbeständige Keramik trotzt allen Witterungseinflüssen Jahr für Jahr.

Keramische Fliesen

Dünne Platten aus Keramik, die als Belag für Böden oder Verkleidung für Wände verwendet werden. Diese sind klassifiziert in die Gruppen:

A: Strang gepresste Platten
B: Trocken gepresste Platten
C: nach anderen Verfahren (wie beispielsweise "Gießen") hergestellte Fliesen.

Die trocken gepressten Fliesen sind wiederum klassifiziert nach der Fähigkeit zur Wasseraufnahme, wobei hier wieder zwischen glasierten und unglasierten Fliesen unterschieden wird.

Keramische Versiegelung

Ein spezieller Herstellungsprozess, bei dem die Oberfläche des unglasierten Steinzeuges so dicht wird, dass sie fleckbeständig ist. Eine Nachbehandlung mit Imprägniermitteln darf hier nicht vorgenommen werden, weil die Imprägnierflüssigkeit nicht mehr in die Keramik eindringen kann und so als schmutzbindender Film auf der Oberfläche verbleibt.

Klebstoff

Ansetz- und Verlegewerkstoffe, bei denen durch Verdunstung des enthaltenen Wassers oder durch eine chemische Reaktion mehrere Kunststoffkomponenten erhärten.

Korrigierzeit

Die Zeitspanne, während der die Fliesen in der frischen Bettung durch Verschieben nachgerichtet werden können, ohne dass die Haftung gestört oder gemindert wird.

Lebensdauer

Die Lebensdauer von Fliesen ist außergewöhnlich hoch und in der Regel nur durch modische Geschmacksveränderung begrenzt. Diese Tatsache trägt auch zur Entlastung der Umwelt bei.

Listelli

Listelli sind schmale, dreidimensionale Keramikstäbe mit glatter beziehungsweise reliefierter
Oberfläche. Sie werden als Gestaltungselement im Wandbereich eingesetzt.

Mindersortierung

In Aussehen und Qualität geringfügig beeinträchtigte Fliesen werden vom Hersteller als Mindersortierung ausgewiesen und preiswerter verkauft.

Mosaik

Als Mosaike bezeichnet man die handgeschlagenen und gesetzten Fliesenbilder. Heute werden auch Steinzeugfliesen (< 10 x 10 cm) so benannt.

Nennmaß

Eine 20er Fliese hat beispielsweise das Nennmaß 20 x 20 cm, hingegen ein mögliches Herstellmaß von 197 x 197 mm.

Oberflächenverschleiß

Glasurabrieb bei glasierten Steinzeugfliesen infolge schleifender, reibender Beanspruchung. Die Verschleißgruppe (Klasse I bis IV) ist vom Hersteller anzugeben (siehe Abriebgruppe).

Pflege keramischer Fliesen

Für die tägliche Pflege keramischer Wand- und Bodenbeläge genügt im Privathaushalt häufig heißes Wasser, evtl. mit Zusatz eines handelsüblichen umweltverträglichen Neutralreinigers. Selbst stärkere alltägliche Verschmutzungen lösen sich in der Regel mit Neutralreinigern – hier sollten Sie die Einwirkzeit verlängern und die mechanische Unterstützung verstärken . Mehr und schärfere Reinigungsmittel führen nur selten schneller zum Ziel. Im Gegenteil: Zu starke bzw. falsche Reinigungsmittel können Ihnen und dem Oberflächenbelag schaden. Lediglich im Falle hartnäckiger Verunreinigungen ist der Einsatz von Spezialreinigern angesagt – lesen Sie dazu unser "Fleck-weg-Lexikon".

Wir empfehlen zur Unterhaltsreinigung Wasser und grüne Seife. Zur Kalkentfernung Wasser und Essig im Verhältniss 3/1. Dies sind auch zwei sehr umweltfreundliche Reinigungsmittel.

Bitte beachten Sie, dass spezielle Imprägnierungen nur bei unglasierten, nicht oberflächen-vergüteten keramischen Belägen sowie poliertem Feinsteinzeug (bitte Hersteller-angabe beachten) zur Erhöhung der Fleckbeständigkeit empfohlen sind. Alle anderen keramischen Oberflächen wie glasierte oder oberflächenvergütete Beläge brauchen und dürfen grundsätzlich nicht imprägniert werden.

Auf pflegemittelhaltige Reinigungsprodukte sollten Sie verzichten. Diese können auf Dauer sogar problematisch sein, weil sie eine klebrige Fett-, Wachs- oder Kunststoff-Schicht aufbauen, die die Optik, Hygiene, Trittsicherheit und Reinigungsfreundlichkeit keramischer Oberflächen negativ beeinflussen.
Nur unglasierte, nicht dicht gesinterte Beläge wie Cotto-Fliesen bedürfen in der Regel einer speziellen Pflege, um ihre Schönheit zu bewahren. Von deutschen Keramik-Herstellern gibt es Produkte, die wie Cotto aussehen, aber genauso pflegeleicht sind wie andere keramische Fliesen und Platten.

pflegeleichter Fliesenbelag und Wandfarbe im Vergleich nach zweijähriger Nutzung

Platten

Bezeichnung für grobkeramische Fliesen, die aus plastischer Masse durch Strangpresse hergestellt werden.

Porosität

Offener und geschlossener Porenraum eines Werkstücks wie der Fliese. Angabe in Volumenprozent. Wasseraufnahme ist das Maß für den offenen Porenraum. Angabe in Gewichtprozent.

Reaktionsharz

Durch chemische Reaktion erhärteter, meist zweikomponentiger Klebstoff (Harz und Härter) zur Verlegung oder Verfugung von Fliesen.

Reinigung

Keramische Fliesen schneiden im Vergleich mit anderen Belagsmaterialien auch unter dem Gesichtspunkt der Reinigung und Pflege hervorragend ab. Im Privathaushalt können Fliesen bei geringer Verschmutzung lediglich mit biologisch leicht abbaubaren, umweltverträglichen Wischzusätzen wie handelsüblichen Neutralreinigern hygienisch rein gehalten werden. Damit ist auch die Reinigung und Pflege von Fliesen vorbildlich in punkto Umweltschutz.

Bei der Reinigung von Fliesen wird im Reinigungsgewerbe zwischen der Erstreinigung nach dem Verlegen – auch Bauendreinigung genannt - und der laufenden Pflege, der Unterhaltsreinigung unterschieden. Von Zeit zu Zeit oder im Falle einer außergewöhnlichen Verschmutzung sollte eine besonders gründliche Unterhaltsreinigung erfolgen – die so genannte Grundreinigung.

Selbst hartnäckige Verunreinigungen lassen sich von keramischen Oberflächen in den meisten Fällen entfernen. Wie Sie dabei vorgehen sollten, erfahren Sie in unserem "Fleck-Weg-Lexikon".

Reinigungsmittel

Die meisten Verunreinigungen können von keramischen Oberflächen mit einem "sauren" oder "alkalischen" Reiniger entfernt werden. Die Stärke der Reiniger wird unter anderem nach dem "ph-Wert" beurteilt. Die Skala reicht von 0 bis 14. 0 für "sehr starke Säure" abfallend bis 7 "neutral" (Wasser).

Ab einem pH-Wert von 7,5 beginnt der alkalische Bereich, der bis 14 zur "extrem starken Lauge" ansteigt.

Ritzhärte

Maß für die Widerstandsfähigkeit keramischer Glasuren gegen kratzende, ritzende Beanspruchung. Prüfung der Ritzhärte durch Mohs. Angabe der Härte nach der Mohs´schen Härteskala von 1 bis 10.

Rohling

Keramisches Halbfabrikat nach der Formgebung in noch nicht gebranntem Zustand.

Rutschhemmung

Spezialfliesen mit unterschiedlich stark profilierter oder rauher Oberfläche zur Erzielung Rutsch hemmender Eigenschaften eines Belages (Unfallverhütung). Die Unfallversicherer schreiben Fliesen für Fußböden in Arbeitsräumen und –bereichen mit erhöhter Rutschgefahr sowie für Barfußbereiche vor.
Die in diesen Bereichen zu verwendenden Fliesen müssen den vorgeschriebenen Grad der Rutschhemmung aufweisen (Nachweis durch den Hersteller).

Man unterscheidet im gewerblichen Bereich Bewertungsgruppen zwischen R9 und R13. Dabei muss eine Prüfperson mit Schutzschuhen auf einer schiefen Ebene stehen und gehen. Als Gleitmittel wird Öl auf die Fläche aufgetragen. Der Neigungswinkel der zu testenden Fläche ist größer, je höher die R-Gruppe ist.

Beim Barfußbereich in Schwimmbädern und in Reinigungsbereichen von Sportstätten unterscheidet man zwischen den Gruppen A, B und C. Auch hier wird die Rutschsicherheit mittels einer Prüfperson auf schiefer Ebene ermittelt. Als Gleitmittel wird hier seifenhaltiges Wasser verwendet.

Schachbrett

Das Schachbrett ist eines der klassischen Verlegungsmuster an Wand und Boden. Neben starker Kontrastierung in Schwarz-Weiß finden sanftere Abstufungen durch verwandte Farbtöne Anwendung. Mediterranes Flair hat die Kombination Cotto-Weiß.

Schamotte

Feuerfestes Erzeugnis aus tonerdehaltigen Mineralien, die als Brennhilfsmittel wie Brennkapseln oder Schamottesteine für Ofenausmauerungen verwendet werden. Darüber hinaus werden auch zerkleinerte Brennhilfsmittel und gebrannte Tone und Kaoline als Schamotte bezeichnet. Sie werden als spezielle Rohstoffe für keramische Erzeugnisse verwendet und dienen der Verbesserung der Feuerfestigkeit.

Schwindung

Beim Trocknen oder Brennen entstehende Kontraktion von Formlingen. Differenz zwischen Ausgangsgröße und Endgröße wird in Prozent gemessen.

Siebdruck

Ein Verfahren zum Dekorieren von Fliesen, in dem die Druckpaste durch eine Siebdruckschablone auf den Fliesenkörper aufgebracht wird. Dieses Verfahren kann mehrfach und mit verschiedenen Farben wiederholt werden, wobei die Druckschablone ein bestimmtes Muster vorgibt,

Sortierung

Bevor Fliesen in den Handel kommen, werden sie einer Qualitätskontrolle und Sortierung unterzogen. Fliesen mit nur leichten Mängeln gelangen als Mindersortierung in den Verkauf.

Spaltplatte

Stranggepresste Platten, die als Steinzeugfliesen verwendet werden.

Steingut

Traditioneller Begriff für keramische Fliesen mit hoher Wasseraufnahme, die klassische Wandfliese (siehe Keramische Fliesen.)

Steinzeug

Traditioneller Begriff für Fliesen mit niedriger Wasseraufnahme (siehe Keramische Fliesen).

In Verbindung mit einer glasierten Oberfläche meistens als Fußbodenfliese eingesetzt

Temperaturbeständigkeit

Beständigkeit gegen Temperaturveränderungen ist für Steingutfliesen und Steinzeugfliesen gefordert.

Tiefenverschleiß

Als Tiefenverschleiß bezeichnet man den Scherbenabrieb bei unglasierten Steinzeugfliesen infolge von schleifender, reibender Beanspruchung. Die zulässigen Toleranzen sind als Mindestanforderung in der betreffenden Materialnorm festgelegt.

Toleranzen

Fliesen und Platten bestehen aus natürlichen Rohstoffen und weisen material- und herstellungsbedingte Toleranzen auf. Die Toleranzen der Fliesen werden durch die Fugen ausgeglichen.

Tonfliese

Unglasierte, ziegelfarbene keramische Fliesen mit mittlerer bis hoher Wasseraufnahme. Vorzugsweise Verwendung als Bodenfliesen in Räumen mit rustikalem Charakter. Zur Erzielung der geforderten/gewünschten Gebrauchseigenschaften müssen sie speziell behandelt (imprägniert) werden. Hinweise findet man auf den Verpackungen der Hersteller.

Treppenfliese

Diese Fliesen sind am Rand oft mit Rutsch hemmenden Rillen versehen, die die Trittsicherheit auf der Treppe gewährleisten sollen.

Unterhaltsreinigung

Die Unterhaltsreinigung von Fliesen zur Entfernung alltäglicher Verschmutzungen ist problemlos. Trockener Schmutz lässt sich im einfachsten Fall Kehren oder Saugen. Feuchtes Aufwischen erfolgt je nach Verschmutzungsgrad und Nutzungsbereich unter Verwendung haushaltsüblicher Reinigungsmittel wie Neutralreinigern oder – je nach Art und Stärke der Verschmutzung - einem alkalischen oder sauren Reiniger. (Einsatzgebiete saurer bzw. alkalischer Reinigungsmittel entnehmen Sie unserem "Fleck-Weg-Lexikon"). Auf pflegemittelhaltige Reinigungsprodukte sollten Sie verzichten. Diese können auf Dauer sogar problematisch sein, weil sie eine klebrige Fett-, Wachs- oder Kunststoff-Schicht aufbauen, die die Optik, Hygiene, Trittsicherheit und Reinigungsfreundlich-keit keramischer Oberflächen negativ beeinflussen.

Verfugung

Nach dem Verlegen der Fliesen werden die Fliesenzwischenräume mit einem Spezialmörtel gefüllt.

Wandfliese

Je nach Anwendungsbereich und Geschmack können alle Fliesen als Wandfliesen verwendet werden. Im üblichen Sprachgebrauch sind damit meistens Steingutfliesen gemeint.

Zahnspachtel

Werkzeug, mit dem das Mörtelbett zur besseren Haftung durchgekämmt wird.
Die empfohlene Zahntiefe für Fliesen bis 200 Millimeter Kantenlänge beträgt sechs Millimeter, für alle größeren Formate acht Millimeter.

Zweitbrand

Nach dem Brand der Rohlinge werden die Fliesen glasiert, dekoriert und nochmals gebrannt, wobei der Scherben unverändert bleibt.

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